Geotour Rochlitzer Berg - Rochlitz

Eine Wanderung mit geologischen und kulturhistorischen Besonderheiten

Auf Geotour auf dem Rochlitzer Berg Auf Geotour auf dem Rochlitzer BergFotografie: Bianka Behrami Mit der Geotour im Geopark Porphyrland möchten wir Sie zu einer rund 6 km langen Tour zwischen dem Rochlitzer Berg, dem Schloss Rochlitz und dem Marktplatz der Stadt einladen. Am Wegesrand werden Sie viele historische und geologische Besonderheiten entdecken.

 

 

 

 

Beschreibung

Der Rochlitzer Berg ist ein markanter Grenzpunkt zwischen der Leipziger Tieflandsbucht und dem Erzgebirgsvorland. Er liegt direkt im Dreieck der Großstädte Leipzig, Chemnitz und Dresden. Es sind die Reste eines flachen, schildartigen Vulkankegels mit rund 350 Metern Höhe, die heute eines der schönsten Ausflugsziele in der Region darstellen.

Seit Anfang des 12. Jahrhunderts wird der Rochlitzer Porphyrtuff – umgangssprachlich Rochlitzer Porphyr – in Steinbrüchen abgebaut. Er wird als Schmuckstein zumeist für Fassaden und Verzierungen verwendet. 

1 Porphyrlehrpfad

51° 01' 27.8" N, 12° 45' 54.0" E

Die Steinmetze und der Porphyr
Der Porphyrlehrpfad ist ein 2,7 km langer Rundweg auf dem Rochlitzer Berg. Mehrere Stationen zeigen die Gewinnung und Verarbeitung des Porphyrs.

2 Touristischer Informationspunkt

51° 01' 31.8" N, 12° 46' 17.35" E

3 Friedrich-August-Turm

51° 01' 35.5" N, 12° 46' 15.5" E

Aussichtsturm
Der 1860 eingeweihte Aussichtsturm ist 27 Meter hoch und aus Rochlitzer Porphyr gebaut. Bei guter Sicht ermöglicht der Turm einen umfassenden Rundumblick vom Kamm des Erzgebirges bis zum Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und dem Collmberg in Oschatz.

4 Steinbrüche/Porphyrhaus

51° 01' 41.5" N, 12° 46' 22.9" E

Seminargebäude
Im ehemaligen Sozialgebäude des Gleisberg- bruches, dem Porphyrhaus, befindet sich das Informationszentrum Geoportal. Es bietet optimale Voraussetzungen für den naturnahen Unterricht und der Begegnung mit der Flora und Fauna. Außerdem ist es für die vielseitige Beschäftigung mit dem Rohstoff Porphyr und anderen Materialien, verbunden mit Technikgeschichte, Industriekultur, dem Handwerk und der Kunst, geeignet.

 5 Waldspielplatz

51° 01' 40.2" N, 12° 46' 26.7" E

Familienspaß im Bergwald
Zwischen Geoportal und Buswendeschleife liegt ein ganz besonderer Spielplatz. Gleich am Eingang empfängt Waldgeist Waldemar alle Familien in „seinem“ Abenteuergelände zum Klettern und Toben.

6 Panoramablick

51° 01' 30.5" N, 12° 46' 19.8" E

Sächsisches Granulitgebirge
Der Standort ist eine ehemalige Abraumhalde eines Steinbruches, in der Nähe der Buswendeschleife. Von da aus bietet sich ein schöner Blick ins Tal der Zwickauer Mulde bei Rochlitz bis hinein ins Erzgebirge.
Auf einer Steintafel wird unter Angabe der Himmelsrichtung auf verschiedene markante Punkte am Horizont hingewiesen. Hier beginnt auch der Rudolf-Zimmermann-Weg, der durch den Bergwald hinab zum Schloss Rochlitz führt.

7 Am Blockmeer

51° 01' 33.3" N, 12° 46' 26.5" E

Eiszeitliche Hinterlassenschaft
Bereits nach wenigen Schritten talwärts auf dem Rudolf-Zimmermann-Weg liegen links des Weges zahlreiche Gesteinsblöcke. Sie gelten als Zeugnisse von Verwitterungsprozessen vorgeschichtlicher Zeiten. Aus diesen Blöcken wurden bereits vor der Entstehung der Steinbrüche die ersten Mühlsteine hergestellt. Heute dienen die moosbewachsenen Gesteinsblöcke als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten.

8 Bergwald

51° 01' 52.6" N, 12° 46' 39.9" E
51° 01' 54.3" N, 12° 46' 41.7" E

Scheinzypressen, Douglasien, Buchenhallenwald
Der Rochlitzer Bergwald ist ein Laub- und Mischwald mit Birken, Hainbuchen, Rot- und Weißbuchen, Eichen, Lärchen, Kiefern und Fichten. Eine größere Anzahl Scheinzypressen (Lebensbäume) und Douglasien wurden hier um 1900 durch die königlich-sächsische Forstakademie Tharandt als Forstversuch angepflanzt. Ein Buchenhain aus ca. 200 Jahre alten Bäumen ist zwischen der Bergstraße und der Sörnziger Straße als Flächendenknaturdenkmal deklariert. Er dient immer noch der Gewinnung von Buchensamen und Setzlingen.

9 Mordgrund

51° 02' 08.7" N, 12° 46' 57.5" E

Erosionsschlucht
Der Mordgrund ist ein ca. sieben Meter tief eingeschnittenes Tal mit kerbenförmigem Querschnitt. Am Grund befindet sich ein kleiner Bach mit ganzjährigem Abfluss. Der Rudolf-Zimmermannweg-Weg führt hier über die Mordgrundbrücke weiter nach Rochlitz. Parallel zum Mordgrundbach führt beidseitig ein Wanderweg zur Zwickauer Mulde hinab. Der Standortname lässt sich vermutlich auf das aus dem Volksmund stammende Wort „das Mord“ oder „das Mard“ für den Iltis zurückführen.

10 Zwickauer Mulde

51° 02' 12.9" N, 12° 47' 20.1" E

Flussgeschichte
Vom Süden her fließt die Zwickauer Mulde ins Rochlitzer Muldental. Sie hat starke Erosionsspuren hinterlassen. Der östliche Teil des Rochlitzer Berges wurde durch die Kraft des Wassers allmählich abgetragen. Durch veränderte Klimabedingungen der abwechselnden Kalt- und Warmzeiten wurden mächtige Schottermengen abgelagert. Diese werden heute in den muldennahen Sandgruben abgebaut und zu Baustoffen verarbeitet.

11 Katzenstein

51° 01' 40.1" N, 12° 47' 20.1" E

Gesteinsaufschluss Granit
Eine Burganlage aus dem 12. Jahrhundert ist nur noch teilweise erkennbar. Im 16. Jahrhundert gab es hier einen Granit-Steinbruch. Dort wurden in den 1930er Jahren die Steine für das Muldenwehr gebrochen. Heute ist nur noch ein allein stehender Granitfels, der steil zur Mulde und dem Katzenbach hin abfällt, vorhanden.

12 Bastei

51° 02' 18.8" N, 12° 47' 12.3" E

Aussichtspunkt, Gesteinsaufschluss Quarzschiefer
Von der Bastei hat man einen guten Blick auf das Rochlitzer Schloss. Bergwärts ist ein ca. drei Meter breiter und 1,5 Meter hoher Gesteins- aufschluss im anstehenden Quarzschiefer sichtbar.

13 Beginn Rudolf-Zimmermann-Weg

(talseitig) 51° 02' 40" N, 12° 47' 27.5" E

Der Wanderweg führt vom Schloss bis zum Aussichtsturm auf dem Rochlitzer Berg. Benannt wurde er nach dem bekannten Rochlitzer Ornithologen und Tierfotograf Rudolf Zimmermann (1878-1943).

14 Schloss Rochlitz

51° 02' 40.6" N, 12° 47' 27.3" E

Geschichte hautnah erleben
Schloss Rochlitz wurde als Reichsburg gegründet und im 10. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Beim Bau und Umbau in den Jahrhunderten wurde auch hier Rochlitzer Porphyr verwendet. Der Weg vom Berg zur Stadt führt durch den Schlosshof.
Die gesamte Anlage wurde aufwendig vom Freistaat Sachsen saniert. Das Porphyrmuseum und überregional bedeutende Ausstellungen erfreuen sich regen Besuchs.

15 Mühlplatz Rochlitz

51° 02' 43.6" N, 12° 47' 39" E

Markanter Platz zwischen Schloss und Markt
Als Mühlplan wurde der Platz 1583 erstmals erwähnt und 300 Jahre später in Mühlplatz umbenannt. Noch heute ist die ehemalige Gaststätte „Gerichtsschänke“ ein Hinweis auf die historische Nutzung durch Galgen und Pranger.
Die Villa des ehemaligen Steinbruchbesitzers Haberkorn ist ein imposantes Gebäude am Rande des Platzes.
Die Schlossmühle wurde wahrscheinlich im13. Jahrhundert erbaut. In den letzten Jahren erfolgte eine denkmalgerechte Außensanierung von Mühle und Wohnhaus, auch mit Rochlitzer Porphyr.
Die „Erlebnistour Seelitz – Dem Porphyr auf den Fersen“ beginnt am Mühlplatz, der somit eine gute Vernetzungsmöglichkeit der beiden Touren bildet.

16 Markt Rochlitz + Tourist-Information

51° 02' 44.34" N 12° 47' 59.4" E

Zentraler Platz im Stadtzentrum
Der rundherum bebaute Marktplatz war einst einer der größten seiner Art in Europa. Er bietet heute noch ein attraktives Bild. Der Stadtkern mit seinen klassizistischen Bauten steht unter Denkmalschutz. Im Rathaus ist die Tourist-Information untergebracht. Die vier wuchtigen Säulen am Eingangsportal sind je aus einem Porphyrblock gehauen.

17 St. Johannes Stolln Seelitz

51° 01' 50.8" N, 12° 48' 37.08" E

Silberbergbau
Das Silberbergwerk aus dem 15. Jahrhundert war einst Zentrum des Abbaus von Erzen, Kohle und Edelsteinen in der Rochlitzer Gegend. Es wurde bis ins 18. Jahrhundert betrieben, um 1900 verschüttet und 2009 wieder freigelegt und im Eingangsbereich umfassend saniert. Heute ist der Stolln bei Führungen zugänglich.

Vernetzung mit anderen Themen- und Wanderwegen

Walderlebnispfad Wechselburg: Lernspaß mitten in der Natur

Wechselburg, Mulde - Eulenkluft - Rochlitzer Berg - Sörnzig - Fischheim - Wechselburg, Kloster - Wechselburg, Schloss
Länge: 9,5 km

„Erlebnistour Seelitz Dem Porphyr auf den Fersen“: Wandern auf den Spuren des Rochlitzer Porphyrs

Mühlplatz Rochlitz - Sörnzig - Fischheim - Beedeln - Zöllnitz - Seelitz - Zaßnitz - Rochlitz
Länge: 12,5 km

Via Porphyria: Pilgern im Land des Roten Porphyr

Geithain – Frankenhain – Borna – Frohburg – Kohren Salis – Penig – Lunzenau – Claußnitz – Seelitz – Schloss Rochlitz – Rochlitzer Berg – Wechselburg – Geithain (10 Etappen )
Länge: ca. 200 km

Lutherweg in Sachsen: Wirken der Reformation

26 Orte
Länge: ca. 340 km
Mit Herzogin Elisabeth von Rochlitz, die hier an ihrem Witwensitz als eine der ersten in Sachsen die Reformation einführte, und Johannes Mathesius, Wegbegleiter und Biograf Martin Luthers, hatten zwei berühmte Zeitgenossen Luthers ihren Wohnsitz in Rochlitz.

Quellen und weiterführende Informationen

*Universität Leipzig, Fakultät für Physik und Geowissenschaften,
Institut für Geographie, Diplomarbeit Linda Lindner, Thema: Inwertsetzung und Vernetzung geotouristischer Potentiale als Chance für eine nachhaltige Regionalentwicklung am Beispiel Rochlitz im Rahmen des Geopark „Porphyrland Steinreich in Sachsen“, Leipzig, Januar 2013
*Archiv Rochlitzer Geschichtsverein e.V.