Kirchen Wechselburg

Drei Kirchen mit Charakter

Die Wechselburger Kirchen Die Wechselburger KirchenFotografie: P. Georg Roß Nicht nur die Basilia Wechselburg, auch die St. Otto- und die St. Katharinenkirche in Göhren sind einen Besuch wert.

Basilika Wechselburg

Die romanische Basilika „Heilig Kreuz“ aus dem 12. Jahrhundert zählt zu den bedeutendsten aus Rochlitzer Porphyr gestalteten Gebäuden. Baubeginn war um das Jahr 1160; 1168 wurde der östliche Teil der Kirche geweiht. Wahrscheinlich wurde die Kirche um 1180 vollendet, das Kloster etwas später.

In seiner Schlichtheit und Strenge lässt sich die Bedeutung des Gotteshauses erahnen: Aus einer Urkunde aus dem Jahr 1168, die die Weihe des östlichen Teiles bezeugt, geht hervor, dass hier ein Ort geschaffen werden sollte, an dem für den Gründer Dedo von Groitzsch und seine Frau Mechthild auch nach deren Tod gebetet wird. Das Grabmal der beiden ist heute noch in der Kirche erhalten.

Als Dedo von seinem Vater Konrad von Wettin den Burgwaldbezirk von Rochlitz erhielt, gründete er das Kloster „Zschillen“. Er ließ größere Waldgebiete roden und das Land urbar machen. Aus dem Hauskloster seines Vaters auf dem Petersberg bei Halle konnte er die ersten Mönche gewinnen, so dass der Ursprung Wechselburgs für immer mit der Gründung des Klosters verbunden ist.

Zu Ehren des heiligen und siegreichen Kreuzes, der Gottesmutter Maria und des Evangelisten wurde die Kirche geweiht. Das Patrozinium, das Fest der Kreuzerhöhung am 14. September, findet sich auch baulich in der Kirche wieder: Der Grundriss der dreischiffigen Basilika bildet eine Kreuzform.

Zu der einzigartigen Besonderheit der Kirche gehört der Lettner, eine Trennwand zwischen dem Gemeinde- und dem Chorraum. Dieser Lettner wurde erst nachträglich - wohl um das Jahr 1230/35 - in die Kirche eingebaut. Die Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes unter dem Kreuz ist das markante Kennzeichen der Kirche.

Die erste klösterliche Gemeinschaft in Wechselburg konnte sich allerdings nur ungefähr hundert Jahre halten. Wegen Unruhen entschloss sich Markgraf Heinrich der Erlauchte im Jahr 1278, das Kloster an den Deutschen Ritterorden zu übergeben. Dieser führte das Kloster zu seiner Blüte, ehe es durch die Wirren der Reformation wie fast alle Klöster aufgelöst wurde.

1543 fiel das Kloster mit allen Besitzungen an den Landesherren Moritz von Sachsen. Im gleichen Jahr tauschte dieser das säkularisierte Kloster gegen die Burgen Hohnstein, Lohmen und Wehlen in der Sächsischen Schweiz, deren Besitzer bisher die Herren von Schönburg waren. Von diesem Tausch leitet sich wohl der Name „Wechsel-Burg“ ab. Seit dem Jahr 1543 prägten die Herren und Grafen von Schönburg-Forderglauchau die erhaltenen Gebiete Penig, Zinnberg, Remse, Rochsburg und Wechselburg.

Das seit dem als „Schloss“ bezeichnete Kloster wurde nach der Reformation nur selten genutzt und verfiel mehr und mehr. Erst ab 1665 wählte Samuel Heinrich von Schönburg Wechselburg zu seinem ständigen Wohnsitz und ließ die Kirche restaurieren. Dabei wurde der Lettner abgetragen. Ein Teil fand als Altarschauwand in der Hauptapsis, ein anderer als Kanzel im Kirchenschiff Verwendung.

Unter Graf Carl Heinrich Alban von Schönburg gab es 1843 den ersten katholischen Gottesdienst in der Schlosskirche. Als im Jahr 1869 das Wechselburger Grafenpaar Karl von Schönburg und Adelheid von Rechteren-Limpurg in Rom zum katholischen Glauben konvertierten, war dies ein Bekenntnis zur Erhaltung der überlieferten Gestalt des Gotteshauses. Die Kirche wurde aufwändig renoviert und komplett ausgemalt.

Nach der Bodenreform 1945 wurde die gräfliche Familie enteignet und die romanische Kreuzbasilika dem Bistum Dresden-Meißen übereignet und von diesem zur Wallfahrtsstätte erhoben. Seit 1957 ist sie die Pfarrkirche für die katholische Gemeinde Wechselburg und Umgebung.

In den Jahren 1952 bis 1972 fanden umfassende Restaurierungsarbeiten in der Basilika statt und der Lettner wurde rekonstruiert. 2001 erhielt die Kreuzigungsgruppe ihre ursprüngliche Gestalt zurück; der Längsbalken des Kreuzes war über die Jahre durch mehrere Bearbeitungen um fast einen halben Meter geschrumpft.

St. Ottokirche Wechselburg

Von weitem sichtbar leuchtet der Kirchturm der St. Ottokirche. Ursprünglich entstand an dieser Stelle im Jahr 1190 eine Kapelle, die dem hl. Otto von Bamberg geweiht wurde, der, 1139 gestorben, im Jahr 1189 heilig gesprochen wurde. Mit der Reformation wurde die Klosterkirche (die Basilika) nicht mehr benötigt und die St. Ottokirche als evangelische Kirche genutzt.

1604 fiel die Kirche einem Brand zum Opfer. Der 30jährige Krieg verhinderte aber ihren Wiederaufbau, weshalb die neue, für einen Barockbau eher schlichte St. Ottokirche erst 1737 geweiht werden konnte.

Den Innenraum mit Marmor auszustatten, war die Gemeinde nicht reich genug. Deshalb verwendete man für die Säulen und die rings um das Kirchenschiff laufenden Emporen Holz, das im Stil des „Bauernbarock“ bemalt wurde, um es wie bunten Marmor wirken zu lassen. Zu den wertvollen Stücken der Innenausstattung gehört vor allem die Orgel, die in den Jahren 1780 und 1781 von dem Silbermannschüler Johann Jacob Schramm erbaut wurde. Sie besteht aus 1679 Zinn - und 202 Holzpfeifen. Seit der Restaurierung im Jahr 1989 ertönt sie wieder in ihrer ursprünglichen Klangfülle in originaler Stimmung.

Ein Bildnis in der Kirche zeigt den Pfarrer Abraham Fleming, der in der Zeit des 30jährigen Krieges Pfarrer war. Sein Sohn Paul Fleming wurde als bedeutender lyrischer Dichter zur Zeit des Barock bekannt. Er verbrachte seine Jugendtage zum Teil in Wechselburg.

St. Katharinenkirche Göhren

Die kleine Dorfkirche in Göhren ist dank ihrer Berglage und ihres spitzen Dachreiters schon von weitem sichtbar. Sie wurde der Heiligen Katharina und dem Heiligen Georg geweiht, worüber 1290 Bischof Heinrich von Merseburg sogar eine Gründungsurkunde ausstellte.

Die Kirche musste gebaut werden, weil der zuständige Pfarrer aus Zschillen durch häufiges Hochwasser der Mulde seine Gemeinde nicht immer erreichen und deshalb beispielsweise die Krankensalbung bei Sterbenden nicht spenden konnte.

Die St. Katharinenkirche ist eine Saalkirche mit eingezogenem längsrechteckigem Chor, der wie der Saal durch einen runden Triumphbogen getrennt wird. An der Ostseite befindet sich ein Sakramentshäuschen aus Rochlitzer Porphyr. Besonders wertvoll ist der Schnitzaltar von Franz von Geringwald aus dem Jahr 1510. Im geöffneten Zustand zeigt der Flügelaltar acht Heiligenfiguren. Die Heilige Katharina, der Heilige Georg, Maria mit dem Kind und die Mutter Marias sind im Mittelteil zu sehen.

Die kleine Göhrener Kirchgemeinde ist bemüht, trotz kaum vorhandener Finanzmittel, ihre Kirche nach und nach zu restaurieren und ist dabei im Inneren und bei der Außengestaltung bereits ein gutes Stück vorangekommen.

Kontaktdaten der Kirchen

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Täglich und ganztags
Auf die Gottesdienstzeiten ist Rücksicht zu nehmen.

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Kath. Pfarrei: +49 (0)37384 80822
Kloster: +49 (0)37384 80811

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09306 Wechselburg

St. Ottokirche Wechselburg

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Täglich 9.00 bis 18.00 Uhr
(Auf die Gottesdienstzeiten ist Rücksicht zu nehmen.)

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+49 (0)37384 278

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Markt 5
09306 Wechselburg

St. Katharinenkirche Göhren

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+49 (0)37384 278

Adresse

Ortsteil Göhren
09306 Wechselburg